Nach Indien

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Hi! Ich bin noch bis August in Indien, arbeite in Karnataka als Englischlehrer und schreibe hier darüber. Aber das wisst ihr ja längst.

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die tage fliegen vorbei wie wilde pferde über die hügel

guten abend allerseits. ich schreibe hier frisch aus chickballapur und versuche jetzt mal in dem eintrag meinen gesamten nepalaufenthalt abzuarbeiten. dieter und ich sind vorgestern aus delhi (ganz weit im norden) nach bangalore (ganz weit im süden) geflogen und dann eben wieder hier nach chickballapur gefahren. heute war der erste schultafel und eigentlich ist alles beim alten und mein leben wurde innerhalb von den 3 reisetagen aus nepal von supercool zu ziemlich langweilig. aber zurück zu nepal.IMG_1707

KATHMANDU

wir sind wie gesagt aus varanasi (ganges und so weiter, im norden indiens) dann mit dem bus nach nepal gefahren. genauer gesagt nach kathmandu, in die hauptstadt. das sah dann so aus, dass wir erstmal in varanasi geld wechseln mussten um mit amerikanischen dollars das 30-tage nepal visum kaufen zu können. wir haben unserm hoteltyp das geld gegeben und er ist wechseln gefahren und die knete sah echt aus wie spielgeld aber wir waren mal gutgläubig. dann mussten wir unsere indischen rupies in 100er wechseln (1000er sind die größten scheine, sind so 17 euro), weil man die anderen an der  grenze nicht tauschen konnte. wir sind dann um 7 uhr morgens am 9ten mai in den bus gestiegen und abgefahren. bis zur grenze hats bis um 7 uhr abends gedauert und die landschaft hat sich nicht großartig verändert. von bergen war weit und breit nix zu sehen. jo dann also in sonauli, der grenzstadt, angekommen. ich bin immernoch  mit dieter und rich, den wir in hampi getroffen haben (kurze haare, bart), gereist. dann über die grenze. der indische grenzbeamte war, so wie viele indische beamte, einfach mal n arschloch und meint so, nachdem er sich mein visum angeschaut hat "wo ist ihre aufenthaltsgenehmigung?" wir haben eine vom icde bekommen und ich hatte sie auch mit obwohl das echt irrelevant ist. dann kam aber der knaller "wo ist ihre erlaubnis indien zu verlassen" ich so "waaaaaaat ey? bist du bekackt? ich kann hier abhauen wann ich will. ich hab ein multiple entry visum" (also natürlich hab ich das weder auf deutsch noch mit den worten gesagt) und er "du brauchst ne genehmigung indien verlassen zu können" ich denk mir so "scheiße scheiße scheiße ich will nach nepal. son mist" und warte erst mal ab bis er meine papiere fertig geprüft hat. dann nickt er nur und meint "okay du darfst gehen" "komm ich auch wieder  nach indien rein?" "ja ja".
haha das war erstmal n schock aber dann war doch alles gut und wir haben auf der nepalesischen seite sonaulis geschlafen. eine indische rupie ist übrigens 1,5 nepali rupies wert, falls das irgendwen interessiert.

am nächsten tag sind wir dann wieder morgens mit dem bus losgefahren. nach kurzer fahrtzeit hat man dann auch schon berge gesehen und man muss sagen, dass nepal echt schön ist. nicht so zurückgeblieben und dorf-mäßig, wie man es sich vorstellt und auch nicht so karg und kalt, wie man vielleicht denken mag. es ist unglaublich grün, mit bewaldeten bergen übersäht, an denen sich die staßen entlangschlängeln, die meistens den flüssen in den tälern folgen.
nach ewiger fahrt mit unglaublichen ausblicken sind wir dann abends in kathmandu angekommen und es hat das erste mal seit langem richtig geregnet. kathmandu sah aus, wie eine stadt im krieg oder im osten der brd. verranzte häuser und gassen, eigentlich so wie ichs mir vorgestellt hatte. wir hatten im bus ein bisschen mit nem phil aus australien gequatscht und der meinte, dass thamel das touristischste viertel kathmandus sei und man da am besten hingeht. also taxi geholt und los. und dann: KULTURSCHOCK!

thamel

thamel ist so touristisch, wie nix was ich bis jetzt in meiner zeit hier erlebt habe. die ziemlich engen straßen sind überhäuft mit trekking shops, in denen man zelte, jacken, schuhe und so jeden anderen scheiß von "the north face" kaufen kann, überall gibt es internet cafes, richtig teuer ausschauende restaurants und einen haufen von reisebüros. nichts erinnert im geringsten an nepal, das viertel könnte überall auf der welt sein, alles wirkt austauschbar. was den schock noch verstärkt ist auf der  einen seite, dass sobald wir über die grenze gefahren sind die ethnienmischung (will jetzt nicht von rassen reden kp wie man das politisch korrekt ausdrückt) bzw. -veränderung deutlich zu sehen ist. die nepalis sehen entweder wie inder aus, wie ostasiaten (also deutlich andere haare, "schlitzaugen", hellere haut) oder eben wie eine mischung. das krasse ist, dass davon in indien nix zu merken war, sogar nahe der grenze. für deutschland käme es vielen absurd vor einen bayern odern mecklenburger an seiner "rasse" zu erkennen aber in ärmeren gegenden der welt, in denen migrationeben ein luxus ist, geht das eher. wobei ich entgegen anderen travellern nicht sagen konnte, dass die leute in nordindien anders aussehen als die im süden.
weiterhin ist krass, dass die jungen nepalis viel selbsbewusster und westlicher erscheinen als die jungen inder. die jungen inder fahren so den indien-style mit knallbuntem hemd, schnurrbart und fettiger frisur, den man ausserhalb indiens einfach nicht antrifft. die nepali jungend trägt konverse, kaputzenpullover und röhrenhosen. jetzt kann man sich natürlich streiten, wer da jetzt individuell  ist und wer nicht aber die ausstrahlung der nepalis war schon krass selbstbewusst, was vorallem dieter und mich erst mal verwirrt hat.
wir dachten, dass wir nach dem reisen in deutschland total locker und selbstsicher wären, hatten aber komplett diesen coolness- oder stilkampf vergessen, da es im westen ja andauernd darum geht sich zu profilieren und dazustellen. naja nachdem wir ein paar stunden etwas verunsichert im hotel gesessen haben gings dann auch wieder^^.
yeah ansonsten sind wir in kathmandu, nach der ewigen reiserei und dem stressigen heissen indien, eigentlich nur in kneipen abgehangen, haben uns livemusik (kathmandu ist so touristisch, dass in den bars und restaurants coverbands so endlos durchgenudelte hits wie seven nation army oder killing in the name of spielen ) angeguckt und immer im supermarkt gekauften rum unterm tisch in unsere gläser gemischt. es war  nämlich echt teuer. wer die preise mit deutschen maßstäben vergleicht und hört, dass in kathmandu ein pizza 3 euro kostet, findet das vllt billig, muss aber bedenken, dass man als reisender nicht die möglichkeit hat selbst zu kochen und deshalb darauf angewiesen ist jede mahlzeit in restaurants zu essen. was nebenbei echt unglaublich unkompliziert und lecker ist.
jaja in thamel haben wir dann auch alice von unserer organisation getroffen und sind dann mit ihr weiter nach pokhara um die restlichen 2 wochen ferien gut auszunutzen. leider haben wir uns in kathmandu nicht wirklich irgendwas besonderes angeguckt. deshalb hier ein paar bilder von betrunkenen reisenden:IMG_1850IMG_1848IMG_1846IMG_1818IMG_1826IMG_1814

POKHARA

pokhara ist so 9 stunden westlich von kathmandu und liegt direkt an der annapurna trekking region. einer der annapurna berge ist der achthöchste der welt oder sowas und ein paar sind über 8000 meter hoch. pokhara selbst liegt aber nicht sehr weit oben, so dass das klima echt angenehm war.
als wir angekommen waren, sind wir erstmal ins erstbeste hotel, das der 20 jährige norris leitet, der sich dann in den 2 wochen, in denen wir da waren, als echt sympathischer und hilfsbereiter typ rausgestellt hat. pokhara war auch unglaublich touristisch. an der seepromenade (pokhara liegt an nem übergeilen see!) waren dann echte italienische restaurants mit allem pipapo. wir haben uns von norris dann erstmal die billige straße mit billigem nepali und tibetischem essen zeigen lassen. zum beispiel momos (so in nudeln gewickeltes gemüse oder fleisch) für 25 cent. achja zufälligerweise sind 100 nepalesische rupien fast genau 1 euro, was das umrechnen echt leicht gemacht hat.
was nepal um so viel mehr touristischer macht als indien, sind die pauschalangebote. viele leute kommen eben extra um diese berge zu sehen und zu erklimmen aus ihren heimatländern hierhergeflogen, gehen dann mehrere tage trekken und kommen dann nach pokhara zurück um bei pizza und überteuertem bier zu entspannen. nach indien kommen eher die backpacker, nach nepal eher die 50 jährigen manager, die es im urlaub nochmal wissen wollen.
wir haben trotzdem so ungefähr alles gemacht, was wir in pokhara machen wollten und hatten ne unglaublich geile zeit. das lag vorallem auch an alice und rich, die beide so unglaublich unkompliziert waren. man wacht verplant auf, isst was, raucht eine (wobei dieter und ich seit ungefähr 3  wochen mal wieder nicht mehr rauchen!) und dann sag irgendwer "ey wollen wir nicht mopeds mieten und uns die umgebung angucken?" gesagt getan.

mopeds, mal wieder

mopeds mieten um n bischn rumzufahren und die gegend auszuchecken ist immernoch der knaller. ich ziehe auch echt in erwägung nen motorrad führerschein zu machen und dann meine nächste größere reise damit zu machen. durch indien mit dem motorrad muss einfach der hammer sein, da man nicht an irgendwelche beschissenen züge, die 5 wochen im voraus ausgebucht sind, gebunden ist. wir sind mitlerweile so gut im mopedfahren (okay es ist auch echt billig), dass wir sogar im bekloppten indischen/nepalesischen verkehr damit klarkommen, in dem es eigentlich keine regeln gibt, was das fahren für mich, der ich keine verkehrsregeln oder -schilder kenne, um einiges einfacher macht.
wir sind dann also mit den scootern rum, und haben in der idylle gepicnict. herrlich. in nepal kann man eigentlich überall hin und überall ist es schön.IMG_1899

zur stupa

an nem anderen tag hoch zum peace heritage sonstwas. einem buddhistischen denkmal. ich weiß nicht ob es das ist, aber irgendwas in pokhara ist unesco welt kultur erbe. schau mal einer an. war schon cool, aber der weg durch den regen nach oben war angenehmer, als dann oben zu sein. einfach schön am tag was gemacht zu haben. und endlich warst auch mal nicht kochend heiß wie die ganze zeit in indien.IMG_1949

ne pulle rum undn boot

ansonsten ganz heiß war natürlich die aktion "wir kaufen uns ne flasche rum und mieten uns ein boot". bei traumwetter betrunken im boot auf nem see. ich sage euch, so kann man's sich gutgehen lassen. die zutaten können so einfach sein. achja und danach noch pizza essen!IMG_1973IMG_1975IMG_1933IMG_1943

trekking - lost im himalaya

unser riesenplan war ja dann richtig im himalaya trekken zu gehen. also irgendwie sagen alle trekken. eigentlich ist es wandern, was die sache irgendwie zu 100  prozent uncooler klingen lässt, aber man lässt sich ja trotzdem nicht lumpen. denn wer sich die butter vom brot klauen lässt, der hat irgendwann nicht mal mehr das brot! achja zurück zum thema.
die richtig fitten leute von welt gehen in der annapurna region 30 tage trekken, machen ne riesentour durch die berge. in der region ist nicht der mount everest, der ist in tibet und da hätte man glaube ich auch ne tour hinmachen können. wahrscheinlich richtig teuer. das problem am trekken ist folgendes. erstmal braucht man ne genehmigung. die kostet 2000 rupies (wie ihr jetzt selbst umrechnen könnt: 20 euro). dann schläft man beim trekken in hotels, die in den bergen sind. das problem dabei ist, dass das essen von trägern die berge hochgeschleppt werden muss und dann eben schweineteuer ist. man zahlt dann vielleicht pro trekking tag 10 euro, was für einen alleine schon viel ist, wenn man für ne lange zeit trekken will. dann zahlt man noch nen guide, der einen da durchführt mit 10 dollar am tag, das kann man natürlich aufteilen.
wir hatten vor für 4, 5 tage zu trekken, ham uns das alles angehört und dachten nur so "zu teuer, wir machen es wie folgt: wir schleichen uns um das wachhaus um die genehmigung zu prellen, wir mieten uns ein zelt und nen kocher und kaufen nen arsch voll tütennudelsuppen und campen einfach wild irgendwo". das mit dem genehmigung prellen war uns dann letzten endes doch nicht so geheuer, weil wir verschiedene quellen hatten, wie es da so aussieht und ob man auch ohne in die region kommt. ansonsten ging aber alles nach plan. zelt und schlafsäcke und kocher gemietet. suppen und pfanne gekauft und ab dafür.
dann der mist: dieter hat übelstes fieber, wir aber schon die ganzen sachen gekauft. also die entscheidung: wir gehen trekken, dieter bleibt zurück und norris vom hotel (auf den war verlass) geht mit dieter zum arzt, falls es nicht besser wird. norris hat uns vor unserm trek noch darauf hingewiesen, dass  es schwierig sein könnte das zweite dorf zu finden, von dem unser track dann zum rododhendron wald (wie schreibt man das?) zum aussichtspunkt "poon hill" und in ein trekkerdorf führen sollte.
wir haben uns norris' tips also angehört, fahren morgens ne stunde mit dem taxi in die berge zum startpunkt, entscheiden uns an der ersten kreuzung falsch und erfahren nach 5 stunden, dass wir weder auf dem weg zum richtigen dorf sind und auch 2 stunden zurücklaufen müssten um die ursprünglich geplante tour immerhin rückwärts gehen zu können :D :D :D . total geil^^ an der ersten möglichkeit direkt falsch^^. naja wir ham dann überlegt, dass wir einfach unser eigenen trek fahren und bei verschiedenen hotels mal auf die karte gucken und schon irgendwie rumkommen. das hat auch geklappt und wir haben dann nachts an nem fluss geschlafen, der in einer riesiegen schlucht zwischen komplett bewaldeten moosbergen lag.
trekken mit rucksack und campingzeug ist übrigens scheiße anstregend und ich war die ganze zeit ultra langsam und wir mussten mehrere pausen machen. am 2ten morgen hab ich erstmal richtig idyllisch nackt im gebirgsbach mit miniwasserfall geduscht und hab mich 2 mal (!!!) richtig dick auf die felsen gepackt und hatte glück mir beim ersten sturz nicht irgendwas am hals gebrochen zu haben. ich hätte den sturz zu gerne gesehen^^.
ja wir sind dann weiter gewandert und immer an so kleinen dörfchen vorbeigekommen, die hauptsächlich aus hotels für trekker bestanden.  man sah dann eben auch so aller halbe stunde immer mal son paar weiße im "the north face" outfit. am mittag des 2ten tages sind wir dann endlich an unserem zwischenziel, den "hot springs" angekommen. steinpools mitten in den bergen, die mit warmem quellwasser gefüllt waren. das war balsam auf die zerlaufenen füße und gliedmaßen.
dann sind wir weiter gelatscht und nach unglaublich vielen treppen (man läuft immer auf ausgetretenen pfaden berge hoch und runter und wieder hoch) endlich auf 2000 meter in chomrong angekommen, dem ort, der den richtig großen bergen am nächsten war. haben dann auch direkt beschlossen morgens um 5 aufzustehen um die aussicht genießen zu können, da es tagsüber immer recht schnell bewölkt wurde. gesagt getan. der ausblick war der hammer und wir habens ein bisschen bereut nicht bis zum annapurna basecamp gehen zu können. das wären dann aber 10 tage wandern gewesen (zu dem zeitpunkt hatte ich schon 3 blasen) und das wär zu teuer, da man soviel nudelsuppe auch nicht hätte tragen können. ausserdem kam uns von dem fraß eh schon das kotzen.
am dritten tag sind wir dann wieder richtung anfang und den habe ich dann wirklich genossen. so langsam hatten sich meine glieder an die tortur gewöhnt und ich konnte zum ersten mal richtig meine umgebung wahrnehmen^^.
manches sah aus wie im märchenwald oder in den alpen. hach ich gerate ins schwärmen.
naja wie auch immer nach der ganzen mumpe sind wir dann durch n paar richtige dörfer gekommen, die nicht nur aus hotels bestanden, haben tatsächlich irgendwoher brot kaufen können um dann abends toast zu machen. das war auf jeden fall n highlight. achja dann haben wir noch neben dem bauernhaus, bei dem wir gezeltet haben, ne cannabispflanze gefunden. was es nicht alles so gibt in nepal.
am 4ten tag sind wir dann munter los und waren dann innerhalb von 4 stunden auch wieder in der zivilisation und konnten erlöst feststellen, dass es dieter  auch wieder super ging.IMG_2001IMG_2033IMG_2043IMG_2047IMG_2099IMG_2092IMG_2069IMG_2058

rafting

die nächste coole sache, die wir machen wollten war white water rafting. man steigt mit acht man und nem bekloppten nepali in n schlauchboot und fährt auf nem "wilden" fluss entlang. an manchen stellen sind eben recht hohe wellen und dann fällt das boot mal n paar meter und man wird nass und so weiter. juhu spass. in der realität wars auf jeden fall cool. wir habens mit rhian und kimberley gemacht, 2 engländerinnen, die wir in jaipur getroffen haben und mit denen wir dann abgehangen haben, bis wir aus nepal gehen mussten. das beste am rafting war eigentlich, dass wir manchmal aus dem boot springen konnten und im eiskalten wasser des flusses treiben konnten. war lässig, da wir rettungswesten hatten und somit nicht selbst schwimmen mussten. vom  rafting hab ich keine richtigen bilder, da es ziemlich nass war. ach ja wir sind danach auf dem dach eines buses zurück nach pokhara gefahren. das war überlässig! IMG_2142IMG_2147IMG_2148


das war eigentlich die letzte richtig coole sache, die wir in pokhara machen wollten. eigentlich wollten wir auch paragliden aber das war uns mit 70 euro pro person dann zu teuer und deshalb haben dieter und ich uns das aus dem kopf geschlagen. rich wollte dann einfach alleine gehen und wir dann nochmal mit nem boot auf den see. rich ist in den 2 monaten, die wir jetzt mit ihm gereist sind zu einem echt guten freund geworden und uns beiden richtig ans herz gewachsen, er teilt so mit dieter die begeisterung für sport und mit mir die für allen möglichen kulturkrams, ist megaintelligent aber auch megalässig. naja lob hin oder her jetzt kommt der knaller.
wir sitzen also so am vorvorletzten tag alle zusammen und spielen karten (alice musste vorher los um noch nen 3 tage zug von kalkutta nach bangalore zu kriegen) und rich kommt grade aus der stadt zurück und meint so "okay wir sind jetzt 2 monate zusammen gereist und ich hab euch n abschiedsgeschenk gekauft" wir "ach das ist echt nicht nötig, mann^^" und er so "wir gehen alle 3 übermorgen paragliden!"      GEHT'S NOCH? DER REICHE ARSCH HAT UNS DAS EINFACH GEKAUFT! man muss dazu wissen,das richard im richtig leben manager aufm bau ist und kohle wie heu zurückgelegt hat und wir es  deshalb mit gutem gewissen angenommen haben. war ja auch schon bezahlt und er meinte einfach es wär für ihn n geileres erlebnis wenn wir mitkommen würden. ja also:

paragliding

wir konntens natürlich gar nicht richtig glauben das zu machen und bis ich dann in der luft war hab ichs auch nicht richtig gerafft. ich bin verpeilt aufgewacht, ins auto  der company, dann zu denen zum büro, wo die mir schuhe gegeben haben und dann mit rich, dieter, 2 mädchen, die wir nicht kannten, und paraprofis im van so nen berg hochgefahren. wir ham dann die ganze zeit n bischn gequatscht und irgendwer  meinte man könnte bei dem superwetter gerade cross country gliding machen, wenn man n bischn mehr bezahlt und dann so weit übers land und zu den großen bergen fliegen. ham wir aber nicht gemacht. hätte noch mehr gekostet.
naja auf jeden fall kommen wir dann auf dieser platform oben  aufm  berg an und die breiten die gleiter aus und ich werde einem nepali zugeteilt, der ganz gut englisch sprach aber eben nicht wirklich gesprächig war. der macht sich und mich dann an unserem gleiter fest und sagt, dass ich rennen soll wenn der's sagt. naja und dann renne ich halt los und bin auf einmal mehrere hundert meter in der luft. man springt übrigens nicht ab sondern rennt einfach 2 meter den hang runter und wird dann vom schirm in die luft gezogen. es ist auf jeden fall n unglaublich abgefahrenes gefühl aber ich kann sagen, dass ich jetzt mehr schiss vorm paragliding hab als davor, weil es echt krank ist, dass man in sonem kleinen gerät so scheiße weit oben in der luft ist und das sich auch wirklich bewegt, wenn man sich nach links oder rechts lehnt. das musste ich dann auch machen und mir wurde nach ner halben stunde ziemlich flau im magen. die aussicht war natürlich atemberaubend. das schlimmste war jedoch das ende. wir fliegen so zum landen über den see und mein tandempartner zeigt so auf richs gleiter zweihundert meter unter uns oder so und schreit "oh fuck!" und ich seh so wie rich's gleiter übelst ins trudeln gerät. auf einmal schreit der nepali zu mir "body right!!" und ich lehn mich nach rechts, ne windböe ergreift uns und wir trudeln im affentempo zu boden. ich dachte echt ich sterbe gleich und das einzige was damit nicht übereingestimmt hat war, dass der nepali immernoch total ruhig blieb. der war mir eh suspekt, da er am anfang in der höhe auch immer richtig aggro am gleiter rumgerissen hat, als wäre die ganze aktion nicht ganz wasserdicht. naja zurück zu meiner nahtoderfahrung:
wir also total am trudeln, meine sicht verschwimmt und auf einmal hörts auf. dann gibt er mir wieder anweisungen zum lehnen und wir fangen wieder wie bekloppt an uns überm see dermaßen zu drehen, dass wir mit dem gleiter fast waagerecht in der luft hängen. endlich hört die ganze kacke auf und wir fliegen der landung entgegen. und was erzählt mir rich?  "alter das war soo geil, als wir ganz oben überm see waren, meinte der typ bei mir, dass wir jetzt tricks mit der höhe machen können, indem wir uns beide ganz stark in eine richtung gelehnt lehnen, wir haben so dem gleiter nen krassen spin gegeben. das war einer der geilsten adrenalinschübe meines lebens ohne drogen, meine ganze sicht ist verschwommen!"     haha mein scheißtandemkerl hat mir einfach nicht gesagt, dass das alles n trick war^^ son arschloch :DIMG_2197IMG_2204IMG_2240IMG_2237IMG_2234IMG_2211

gut. den letzten tag haben wir dann eigentlich nur mit gammeln und essen verbracht. am abend wollten wir koreanisch essen gehen doch als ich grade vom einkaufen zum hotel kam meinte rich "scheiße dieter schreit nur noch und ist total heiß" und dann sitzt dieter so draussen auf der terasse mit heisser stirn und von sich gespreizten fingern und meint er könnte sie nicht mehr bewegen. norris hat dann versucht n arzt zu holen und uns gesagt der arzt ist zuhause und das krankenhaus wär nicht offen oder so. der arzt könnte kommen das würde 50 dollar kosten. zum arzt zu fahren 30. während wir überlegten ging es dieter dann ziemlich schnell besser und da wir unsern flug nicht verpassen wollten haben wir uns gegen den arzt entschieden, der bei sich zuhause ja  auch nicht viel hätte machen können. naja am nächsten morgen gings dieter besser und wir haben uns unter tränen von rich verabschiedet, der jetzt weiter nach kambodscha gereist ist, und sind in den bus richtung sounali.
da norris meinte, dass der bus oft verpätung hat, haben wir unsere reise mit jeweils einem tag aufenthalt an jedem ort geplant und es hat sich gelohnt denn auf einmal gabs nen erdrutsch auf der straße, der gerade n paar sekunden bevor wir die straße passieren wollten passiert sein musste! unser bus war das erste fahrzeug davor. wir gucken uns also den erdrutsch an und dann schreien leute und rennen weg und n riesiger felsbrocken fliegt vom berg auf die straße. war aber keiner in der nähe. da die politische lage in nepal wohl grade auch nich die stabilste war, hatten wir n bischn bammel vor irgendwelchen rebellen oder so. war dann aber nix. n paar nepalis haben einfach n bischn ordnung gemacht und nach 2 stunden konnte unser bus dann weiterfahren. IMG_2256
wir sind dann nach gorakhpur, der absoluten brackstadt schlechthin, mit ratten und kakerlaken vor den restaurants, und hatten nix anderes zutun als uns fast and furious 4 auf hindi im kino anzugucken. man ist vin diesel n hässlicher vogel^^. dann am nachts um 11 mit dem zug nach delhi, wo wir dann auch erst um 18 uhr am nächsten abend ankamen. wir hatten nur unsere flugtickets und keinen plan von der stadt, sind dann aber im hotel uk (gegenüber vom hotel usa) untergekommen, haben morgens um 4:30 ne riksha richtung flughafen genommen, uns an 3 verschiedenen check ins angestellt um dann beim dritten durchzukommen und sind in 2 einhalb stunden nach bangalore geflogen. dann den bus nach chickballapur und PENG wieder in der realität. also der 2ten, wenn deutschland die richtige realität ist.

chickballapur

puh erstmal luftholen. ich hatte echt die geilsten ferien überhaupt und wir haben soviel gemacht und gesehen in den 2 monaten, das ich echt nichts anders machen würde (ausser vllt 2 mal nach mumbai zu gehen).
jetzt heisst es halt erstmal diesen monat hier zu überstehen. ich bin aber eigentlich ziemlich gut gelaunt und nutze die zeit einfach um sachen zu besorgen, dies in deutschland nicht gibt, zu lesen, mit dieter worms worldparty zu spielen und stromberg zu gucken, und einfach vor mich hinzuleben.
heute war der erste schultag und alles ist mehr oder weniger beim alten ausser dass jetzt eine klasse fehlt und alle eine stufe aufgerückt sind. unsern neuen stundenplan kriegen wir erst am mittwoch und der einzige wehrmutstropfen ist, dass unser lieblingsrestaurant, in dem wir jeden tag essen waren, abgerissen wurde, weil in peresandra der highway ausgebaut wird. was solls.
am ende des monats ist das abschlusscamp im fireflies camp, wo wir auch letzten august mit den freiwilligen waren, und dann auch endlich anton wiedersehen, der jetzt mit nem finnischen freund durch südindien tourt. achja dem dieter gehts soweit gut, der hat nicht malaria aber wohl typhus oder sowas in der art, war auch schon im krankenhaus und kuriert sich jetzt erstmal hier im haus aus. ich weiß nicht ob hier sonst noch was bloggenswertes passiert, ansonsten melde ich mich nach dem camp nochmal im blog  und versuche jetzt mal die emails zu beantworten, die sich hier so in den ferien gehäuft haben.
bis dann.
christianIMG_2130
1.6.09 20:52
 


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